Hör auf Dein Herz …

Herz-Kreislauferkrankungen gehören zu den am häufigsten auftretenden Erkrankungen – auch bei Frauen, leider sogar mit steigender Tendenz. Außerdem stehen sie an der Spitze der Liste möglicher Todesursachen. Also sollten wir auf unser Herz hören und anfangen die Statistik zu verändern. Denn wir können selbst einiges dazu beitragen, Herz-Kreislauferkrankungen zu verhindern.


Was sind Herz-Kreislauferkrankungen?

Unter diesem Begriff werden verschiedene Erkrankungen zusammengefasst. Allen gemeinsam ist, dass sie Herz oder Kreislaufsystem betreffen. Es kann zu einer Verengung oder sogar einem Verschluss der Versorgungszufahrt (der Herzkranzgefäße) des Herzens kommen, dann sprechen die Ärzte von Erkrankungen der Herzkranzgefäße (koronarer Herzerkrankung, wichtigstes Symptom: Angina pectoris) oder einem Herzinfarkt. Auch sehr häufig ist der Bluthochdruck (Hypertonie), der weitere schwerwiegende Erkrankungen zur Folge haben kann und dann noch die Herzinsuffizienz, bei der das Herz nicht mehr die Leistung bringen kann, die zur Sauerstoffversorgung des Körpers notwendig ist.

Versorgungsengpass am Herzen: Die koronare Herzkrankheit (KHK)

Diese entsteht durch Ablagerungen (Arteriosklerose) an den Herzkranzgefäßen (Koronararterien). Sie können dadurch verengen oder sogar ganz verstopfen. Dann wird das Herz nicht mehr ausreichend versorgt. Ein Anzeichen dafür ist die Angina pectoris.

Betroffene Frauen spüren dann

  • Enge oder Druck in der Brust, vor allem bei Belastungen
  • stechende Brustschmerzen, die in den linken Arm oder Oberbauch ausstrahlen
  • starke Müdigkeit oder Atemnot bei körperlicher Belastung

Die Therapie richtet sich nach dem Schweregrad und ist zunächst mit Medikamenten gut behandelbar. Wird damit keine ausreichende Verbesserung mehr erreicht, muss eingegriffen werden.

  • Angioplastie
    Das verengte Gefäß wird mit einem „Mini-Ballon, der in das Gefäß eingeführt und an der erkrankten Stelle aufgeblasen wird, geweitet. Unterstützend wird dann meist ein Stent (Gefäßstütze, ein kleines Rohr aus Drahtgeflecht) an diese Stelle gesetzt, der dafür sorgt, dass sie weit bleibt.
  • Bypass-Operation
    Es wird eine „Umgehungsstraße“ gebaut, so dass das Herz wieder richtig durchblutet und versorgt werden kann.

Zu einem Herzinfarkt kann es kommen, wenn ein Gefäßverschluss die Durchblutung eines größeren Gebietes des Herzens verhindert. Die betroffenen Teile des Herzens können dann so stark geschädigt werden, dass seine Pumpkraft vermindert wird. Die klassischen Symptome eines Herzinfarktes sind Brustschmerzen, die in den linken Arm ausstrahen. Bei Frauen fehlen jedoch diese typischen Symptome häufiger als bei Männern. Frauen dagegen bemerken häufiger

  • Rücken- und Nackenschmerzen
  • Kiefer- und Halsschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Schmerzen im Oberbauch

Akut bekommt ein Patient bei einem Herzinfarkt Medikamente, die die Gefäße erweitern und das Blut verdünnen, damit schnell möglichst viel Sauerstoff am Herzen ankommt. Auf Dauer müssen dann Medikamente zur Entlastung des Herzens eingenommen und der Lebensstil geändert werden. Was hierbei sinnvoll ist, ist unter „Prävention“ beschrieben.

Bluthochdruck: 120/80 ist das Ziel

Ein dauerhaft hoher Druck in den Blutgefäßen schädigt die Wände. Dadurch wird die Entstehung der Arteriosklerose gefördert. Wichtig zu wissen ist, dass der Blutdruck ganz langsam ansteigt und ohne Medikamente, sondern durch den Lebensstil beeinflusst werden kann, nämlich durch:

  • Abnehmen bei Übergewicht,
  • gesunde Ernährung und
  • regelmäßigen Sport.

Ein schwaches Herz braucht Hilfe: Herzinsuffizienz

Ist das Herz so geschwächt, dass seine Kraft zu gering ist, um den Körper mit ausreichend Blut und damit Sauerstoff zu versorgen, dann sprechen die Ärzte von Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Die häufigste Ursache bei Männern ist ein vorangegangener Herzinfarkt. Er führt vor allem zu einer Störung der Pumpfunktion des Herzens. Bei Frauen stehen als Ursachen Bluthochdruck und Diabetes im Vordergrund. Sie führen häufig zu einer Störung der Dehnbarkeit des Herzens, die schwieriger nachzuweisen ist (in der Regel mit einer Ultraschalluntersuchung des Herzens, mit einem sogennanten Echokardiogramm) . Seltener kann sich eine Virusinfektion, beispielsweise durch eine verschleppte Grippe, am Herzen breit machen und es schädigen. Die Herzinsuffizienz wird je nach Schweregrad in verschiedene Stadien eingeteilt: NYHA I-IV (NYHA = New York Heart Association). Sie kann mit Medikamenten, mit Schrittmachertherapie oder anderen Formen der Kreislaufunterstützung und im seltenen Extremfall mit einer Herztransplantation (im NYHA-Stadium IV) behandelt werden.